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Agrarchemie- geht´s nicht auch ohne?

Deutschlands Landwirte gehen sehr sparsam mit Pflanzenschutzmitteln um: Die ausgebrachten Mengen sinken, und die Mittel selbst werden nur noch gezielt eingesetzt. Aber wären nicht auch ganz ohne Pflanzenschutzmittel sichere Ernten möglich?

 

Es klingt zwar sympathisch zu sagen: Ohne Agrarchemie klappt es auch. Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Denn die Nutzpflanzen haben Feinde. Daher müssen wir Landwirte sie vor Krankheiten oder Schädlingen schützen und unliebsame Konkurrenz in Form von Unkräutern abwehren. Denn ein genereller Verzicht auf Agrarchemikalien würde zu, Mindererträgen, Ernteverlusten und Qualitätseinbußen bei allen Ernteprodukten führen.

 

Allein um die Mindererträge auszugleichen, müsste die Produktionsfläche um etwa 30 bis 40 Prozent erweitert werden. Woher sollen wir diese Flächen weltweit nehmen? Anstelle der Pflanzenschutzmittel wäre für die Bekämpfung von Schädlingen und Wildkräutern ein erhöhter mechanischer und personeller Aufwand notwendig. Doch Arbeitskräfte sind teuer, vor allem in den Industrieländern. Dies hätte zur Konsequenz, dass die Preise für Nahrungsmittel stark steigen würden. Andererseits sind die Verbraucher nicht bereit (oder in der Lage dazu), mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Dies zeigen die Entwicklungen der vergangenen Jahre.

 

Wenn sie also schon  notwendig sind - wie sicher sind Pflanzenschutzmittel? Die Zulassung und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind in Deutschland streng geregelt. Dabei steht die Sicherheit für Mensch und Umwelt im Mittelpunkt. Das Pflanzenschutzgesetz bestimmt, dass Pflanzenschutzmittel nur dann vermarktet und verwendet werden dürfen, wenn schädliche Auswirkungen auf Mensch, Tier, Grundwasser und Ökosystem  ausgeschlossen sind.

 

 

Zum strengen Gesetz gehört die wirksame Kontrolle. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erlässt bei jeder Zulassung genaue Kennzeichnungsauflagen und Anwendungsbestimmungen. Das allein ermöglicht aber noch nicht jedem Anwender die Nutzung von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Jeder, der Pflanzenschutzmittel verwendet, muss genau definierte Sachkenntnisse nachweisen. Zudem wird der ordnungsgemäße Umgang mit Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft regelmäßig und umfassend über amtliche Kontrolleure der Länder geprüft. Diese Kontrollen erfolgen in den landwirtschaftlichen Betrieben nach einem festgelegten Plan oder aber bei Verdacht auf Unregelmäßigkeiten.

 

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt und der Kostendruck in der Landwirtschaft haben dazu geführt, dass  wir Landwirte die notwendigen Dünge- und Pflanzenschutzmittel immer gezielter und sparsamer in den Ackerkulturen einsetzen. Moderne Ackerbauern wirtschaften nach dem Schadschwellenprinzip, wonach die Mittel erst dann zum Einsatz kommen, wenn Schaderreger einen bestimmten Grenzwert überschritten haben. Bei geringerem Mitteleinsatzes konnte dadurch die Effizienz gesteigert werden. Gleichzeitig ist festzustellen, dass sich die Qualität der Gewässer in Deutschland deutlich verbessert hat. Wir Landwirte finden das gut so!

 

 


Impressionen

Fusariumbefall an einer Weizenähre

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Fusarien sind eine Gattung der Schimmelpilze. Viele Arten sind parasitär, wobei sie ihren Wirt töten. Weltweit gilt diese Krankheit als die wichtigste Getreidekrankheit. Fusarien produzieren zum Teil Mykotoxine, die für den Menschen schädlich sind.

 

Braunrost an einem Weizenblatt

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Der Name Braunrost weist auf die Farbe der Rostpusteln hin, die vor allem auf der Blattoberseite erscheinen. Befallene Blattflächen vergilben und vertrocknen.

 

Mehltau in Gerste

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Mehltau kann die Pflanzen stark schädigen. Dieser Pilz äußert sich durch einen weißen Belag auf der Pflanze. Anschließend kommt es zur Vergilbung und Vertrocknung der Blätter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
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