Die Antwort heißt für uns: „Ja, denn wir wirtschaften nachhaltig.“ Das Prinzip der Nachhaltigkeit lässt sich in der Land- und Forstwirtschaft besonders gut umsetzen, denn hier werden die Ressourcen durch eine produktive Nutzung erhalten. Nach der Agenda 21 liegt die weltweite Herausforderung einer modernen Landwirtschaft darin, dass sie die Erzeugung auf bereits bewirtschafteten Flächen steigert. Gleichzeitig soll sie von Standorte fernbleiben, die sich nur kurzfristig für Ackerbau und Viehzucht eignen würden. Ebenso gilt es, negative Auswirkungen auf die Umwelt weitgehend zu vermeiden oder zu minimieren. Wichtigstes Ziel bleibt die sichere und nachhaltige Ernährung einer weiter wachsenden Weltbevölkerung.
Landwirtschaft und Umweltschutz vertragen sich auch, weil die Land- und Forstwirtschaft sehr sparsam mit Energie umgeht. Sie beansprucht nur 1,1 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland. Gegenüber 1991 schaffte es die heimische Landwirtschaft, ihren spezifischen Energieverbrauch für landwirtschaftliche Erzeugnisse um rund 46 Prozent zu senken. Und mit 7,9 Megajoule Energieverbrauch je Euro Bruttowertschöpfung arbeitet die Landwirtschaft deutlich weniger energieintensiv als die Industrie.
Dazu kommt: Die Klimabilanz der Land- und Forstwirtschaft ist positiv. Sie trägt nur zu einem vergleichsweise geringen Teil zur Emission klimawirksamer Gase bei. Seit 1990 hat die Land- und Forstwirtschaft ihre Emissionen um etwa 20 Millionen Tonnen CO2- Äquivalente jährlich gesenkt. Methan aus der Tierhaltung (Rinder, Schafe, Ziegen) sorgt für zwei Prozent der Treibhausgase. Durch verbesserte Fütterung und Leistungssteigerung kann der Methanausstoß der Nutztiere weiter vermindert werden. Außerdem lassen sich bis 2020 schätzungsweise 14 Mio. Tonnen Methan einsparen, wenn Gülle konsequent in Biogasanlagen eingespeist wird.
Die Kohlenstoffbilanz der Land- und Forstwirtschaft ist nach Schätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums ohnehin deutlich positiv. Den Emissionen der Landwirtschaft in Höhe von 129 Millionen Tonnen CO2- Äquivalent (einschließlich N-Mineraldüngerherstellung) stehen „Kohlenstoffexporte“ in andere Sektoren von über 168 Millionen Tonnen gegenüber. Zudem bindet die Land- und Forstwirtschaft durch ihre Produktion geschätzte 350 Millionen Tonnen CO2. Der Nettoeffekt – also eine Entlastung! – in Land- und Forstwirtschaft beträgt etwa 35 Millionen Tonnen jährlich. Und durch die zukünftig stärkere Nutzung von Bioenergie wird der CO2-Ausstoß weiter gesenkt.
Die Landwirtschaft ist nicht nur bei Energie und CO2 sparsam: Der Einsatz von Mineraldünger ist in den letzten Jahren deutlich rückläufig. So lag zum Beispiel der Stickstoffeinsatz in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2006/07 mit 1,6 Millionen Tonnen um etwa 33 Prozent unter dem Stand des Jahres 1989/90. Bei Phosphat und Kali waren es sogar gut 70 Prozent weniger. Nur Kalk müssen Deutschlands Bauern heute mehr streuen als noch vor zehn Jahren. Damit wirken sie der versauernden Wirkung der Niederschläge entgegen („Saurer Regen“).
Landwirtschaft und Umweltschutz vertragen sich auch, weil die Ökoeffizienz der landwirtschaftlichen weiter steigt. Was steckt hinter diesem Begriff? Die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse findet im „offenen“ System statt, in denen eingesetzte Stoffe und Energie prinzipiell nicht vollständig ausgenutzt werden können. So kann auch der Nutzungsgrad von Düngemitteln (Wirtschafts- und Mineraldüngern) sowie von Futtermitteln in der Tierhaltung niemals Werte von 100 Prozent erreichen, auch nicht bei bester Produktionstechnik. Allerdings arbeiten wir Landwirte zusammen mit Forschung und Industrie daran, den Saldo stetig zu verbessern und immer effizienter zu werden. So sanken beispielsweise die Stickstoffüberhänge in kg pro Hektar in der Flächenbilanz seit 1992 um ca. 24 Prozent auf 68 kg N/ha. Die Getreideerträge hingegen stiegen im gleichen Zeitraum um 10 Prozent. Im Klartext: Die Landwirtschaft ist noch nie so effizient mit Stickstoff umgegangen wie heute.
Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Pflanzenschutz .Hier hat sich zwischen 1987 und 2006 der Wirkstoffaufwand je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche von 3,65 auf 1,87 Kilogramm verringert. Woran liegt das? Neuentwickelte Pflanzenschutzmittel sind gezielter wirksam und besser biologisch abbaubar. Dazu kommt: Die Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes werden immer konsequenter in der Praxis umgesetzt. Positiv wirken zusätzlich die Fortschritte in der Gerätetechnik und Erfolge in der Resistenzzüchtung.
Andererseits gilt: Sichere und qualitativ hochwertige Ernten sind letztlich nur mit biologischen und chemischen Pflanzenschutzmitteln möglich. Zulassung und Anwendung dieser Mittel sind in Deutschland umfassend gesetzlich geregelt. Amtlich zugelassene Pflanzenschutzmittel müssen hinreichend wirksam sein, außerdem müssen schädliche Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt ausgeschlossen werden können. Vor der Zulassung eines Mittels werden mögliche Rückstände in Lebensmitteln untersucht. Zudem
muss jeder Landwirt die erforderlichen Sachkenntnisse nachweisen und seine Geräte regelmäßig technisch überprüfen lassen. Es gilt, die positiven Eigenschaften des Pflanzenschutzes für den Verbraucher- und Umweltschutz zu nutzen und die Mittel immer effizienter einzusetzen.
Landwirtschaft und Umweltschutz sind auch deshalb gute Partner, weil moderne Landwirtschaft Wasser spart. Der Anteil der Landwirtschaft am Wasserverbrauch der Gesamtwirtschaft beträgt nur 1,1 Prozent. Zwischen 1991 und 2004 ist der Wasserverbrauch für die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse von 1,5 Milliarden Kubikmeter um über zwei Drittel auf 425 Millionen Kubikmeter zurückgegangen. Zwar bewässern manche deutsche Landwirte ihre Ackerfrüchte oder Sonderkulturen. Doch insgesamt werden hierzulande nur 1,5 Prozent der Gesamtfläche (ca. 250.000 Hektar) bewässert. Am gesamten Wasserverbrauch macht die Bewässerung in der Landwirtschaft weniger als 0,5 Prozent (ca. 200 Mio. Kubikmeter) aus.
Wasser ist ein wertvolles und schützenswertes Gut. Neuere Daten des Umweltbundesamtes – zuletzt aus 2001 – belegen die hervorragende Wasserqualität in Deutschland. Mehr als 99 Prozent der Proben an den rund 13.000 Messstellen im Grundwasser waren einwandfrei. Dabei ist der Grenzwert für Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Trinkwassser mit 0,1 Mikrogramm pro Liter sehr streng. Übrigens: Die seltenen positiven Befunde sind in drei von vier Fällen „Übrigbleibsel aus früheren Zeiten“: Sie sind auf Pflanzenschutzmittel zurückzuführen, die mittlerweile aus dem Verkehr gezogen sind, deren Reste und Abbauprodukte sich aber gelegentlich noch im Boden finden. Doch dieses Thema „erledigt“ sich von selbst: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums hat sich die Wasserqualität von Flüssen und Bächen in den letzten Jahren nochmals deutlich verbessert.
Fazit: Landwirtschaft und Umweltschutz vertragen sich sehr gut. Wir Bauern sind stolz darauf; für Sie hochwertige Nahrungsmittel zu erzeugen und unsere gemeinsame Umwelt aktiv zu schützen und zu pflegen. Nehmen Sie uns beim Wort!